Diskussion um Anbindehaltung zeigt: CSU ist für Bauern unwählbar

CSU unterstützt nur mehr Globalisten und ist für Bauern unwählbar!
Bild Ralf Stadler, Hubert Seif, Hans Neumayer, Andreas Winhart: Info-DIREKT

Über die Zukunft kleinbäuerlicher Familienbetriebe und das von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zwischenzeitlich geforderte komplette Verbot der Anbindehaltung von Kühen wurde gestern Freitag in Eging am See (Bayern) diskutiert.

Zum Meinungsaustausch mit betroffenen Landwirten und Konsumenten hatte Ralf Stadler, vom Agrar-Ausschuss der AfD im bayerischen Landtag, geladen. Der erste Bauer, der sich zu Wort meldete, war Hubert Seif. Er war extra 300 Kilometer aus dem Allgäu angereist, um seine Meinung kundzutun.

Kühe im „Winterschlaf light“

Aus seiner Sicht ist die Diskussion über die Anbindehaltung bereits überholt, weil es kaum mehr Betriebe gebe, die ihre Rinder ganzjährig angebunden halten würden. Häufiger hingegen sei eine Kombinationshaltung zwischen Anbindehaltung im Winter und Alm- bzw. Weidehaltung im Sommer. Aus seiner Sicht ist diese Kombinationshaltung praktikabel und auch tierwohlgerecht. Nach einem langen Sommer auf der Alm würden seine 20 Kühe den Rest des Jahres eine Art „Winterschlaf light“ im Stall machen. Erst zu Beginn des neuen Jahres käme langsam wieder Leben in die Herde. Für diese Zeit könne er sich vorstellen, dass ein Laufhof für die Tiere sinnvoll und für die Landwirte machbar wäre. Jedoch müsse es großzügige Übergangsfristen für jene Bauern geben, die keinen Platz für einen Laufhof hätten. Zudem müsse gewährleistet sein, dass die Betriebe eine Genehmigung für den Laufhof bekämen und durch die neue Möglichkeit kein zusätzlicher bürokratischer Aufwand für die Landwirte entstehe. Von der Politik erwartet sich Seif, dass sie den Boxenstall, den er auch Industriestall nannte, in Sachen Förderung mit dem Laufhof gleichstelle. Aus seiner Sicht könne die Kombinationshaltung mit Laufhof nämlich sogar besser für das Tierwohl sein als die industrielle Boxenhaltung.


Investitionen müssen sich rentieren

Aus Sicht von Hans Neumayer, von „Landwirtschaft verbindet Bayern e.V.“, ist die Errichtung eines Laufhofes zwar leistbar aber aus baulichen und behördlichen Gründen nicht überall möglich. Außerdem müsse der soziale Aspekt in der Debatte beachtet werden. Für Neumayer sei es immer problematisch, wenn sich die Politik in die Privatwirtschaft einmischt. Wenn die Politik Landwirte trotzdem zu Investitionen zwinge, müsse dabei an jene Betriebsführer gedacht werden, die heute um die 50 Jahre alt sind und keinen Nachfolger haben. Für diese Personen würde sich eine Investition, für die man einen Kredit mit 30 Jahren Laufzeit aufnehmen muss, einfach nicht rechnen. Trotzdem bräuchte es auch Perspektiven für diese Menschen.

Das Argument, dass Konsumenten keine Milchprodukte aus Anbindehaltung mehr kaufen würden, ließ Neumayer nicht gelten, weil es diese Debatte nur in Deutschland gebe. Da deutsche Molkereien einen wesentlichen Teil ihrer Produkte jedoch für das Ausland produzieren, sei die Absetzbarkeit der Milchprodukte aus Anbindehaltung kein Problem. Über die Rolle der CSU bei dieser und ähnlichen Debatten zeigte sich Neumayer enttäuscht. Aus seiner Sicht richte sich die CSU immer mehr nach den realitätsfremden Vorstellungen der Stadtbevölkerung aus anstatt die Interessen ihrer ländlichen Kernwählerschaft zu vertreten.

Bauer Hubert Seif wird in diesem Punkt noch deutlicher:

„Die CSU ist für Bauern nicht mehr wählbar, die unterstützen nur noch den Handel und die Globalisten!“

Emotionalisierte Stadtbevölkerung

Für AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Winhart wird es zunehmend zum Problem, dass es einem immer größeren Teil der Bevölkerung am Grundverständnis für Landwirtschaft fehle. Erschwerend komme hinzu, dass die Medien diese Themen sehr stark emotionalisieren und damit eine sachliche Debatte verhindern. Als Beispiel dafür nennt er den Wolf, der die Alm- und Weidehaltung in manchen Regionen zunehmend verunmögliche.

Lebhafte Diskussion

Einige weitere Fragen und kurze Stellungnahmen schnitten die Themen „Bio-Qualität“ und „Heumilch-Produktion“ an. Thema waren auch die langen Transportwege zu den Schlachthöfen. Hierbei wurde auch bemerkt, dass das Handwerk der Metzger zunehmend am Aussterben ist und kleinere Betriebe kaum noch qualifiziertes Personal finden würden. Ein weitgereister Herr kritisierte zudem, dass in Deutschland zwar die Auflagen Überhand nehmen, der Import von Produkten aus Ländern mit tatsächlicher Massentierhaltung aber kein Problem sei.

Fonds soll kleine Betriebe und Bayerns Identität bewahren

Abschließend verdeutlichte Ralf Stadler, der zur Veranstaltung eingeladen hatte, nochmals die Position der AfD. Diese spreche sich für eine Kombinationshaltung aus, ähnlich wie sie in Österreich bereits seit langem Praxis sei. Zudem lud er die anwesenden Bauern dazu ein, am 26. September seine Partei zu wählen:

„Wir von der AfD sind besonders für den Erhalt der kleinbäuerlichen Familienbetriebe.“

Damit die Identität Bayerns bewahrt werden kann, setze sich die AfD für die Errichtung eines staatlichen Fonds ein, der kleinbäuerliche traditionelle Betriebe unterstütze.

Video-Stellungnahmen

Am Ende der Veranstaltung standen die Hauptredner Info-DIREKT noch für kurze Stellungnahmen bereit:

 

 

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