Ärztekammerpräsident Szekeres liefert peinlichen Auftritt und verlässt Saal

Da der Präsident der Ärztekammer, Thomas Szekeres, offenbar ein Problem mit Kritik hat, verließ er den Saal.
Bilder: Ausschnitte aus Aufnahmen von Alois Endl - Fotografie

Der umstrittene Präsident der österreichischen Ärztekammer und Präsident der Ärztekammer Wien scheint ein gröberes Problem mit Kritik zu haben. Der freiheitliche Abgeordnete Wurm wies ihn im Gesundheitsausschuss des Parlaments am 16. September auf einige Fehler in seiner Argumentation hin. Nach einem Ordnungsruf verließ er wütend den Saal.

Ein unwürdiger Auftritt, der nicht wirklich zu einem wichtigen Berater der Regierung Kurz passen will. Der Ärztekammer-Präsident hat bislang volle Regierungstreue bewiesen und Mediziner mit abweichender Meinung beinhart – auch bis zur Existenzvernichtung – verfolgen lassen. Mit Kritik an seiner eigenen Person kann der Humangenetiker und Facharzt für klinische Chemie und Labordiagnostik offenbar nur schwer umgehen. Die FPÖ wirft ihm darüber hinaus auch vor, ein sehr spezielles Verhältnis zur Wahrheit zu haben.

Wütendes Geklopfe und Verweis auf sein Studium

Nachdem Nationalratsabgeordneter Peter Wurm, FPÖ, ihn in durchaus höflichem Worten auf Fehler und Falschaussagen in seiner Argumentation hingewiesen hat, erklärte Szekeres seine behauptete Fachkompetenz, während er wiederholt wütend auf das Pult klopfte:


„Ich bin da her gekommen, ich habe ein langes Studium hinter mir, ich kenne mich nicht schlecht aus in der Materie …“

Die freiheitliche Abgeordnete Dagmar Berlakowitsch kommentierte den Eklat am 17. September mit einer Presseaussendung wie folgt:

Szekeres sagte im Gesundheitsausschuss die Unwahrheit

 „Im gestrigen Hearing des Gesundheitsausschusses sagte der als SPÖ-Experte geladene Ärztekammer-Präsident Szekeres die glatte Unwahrheit. Er hat behauptet, dass in den Spitälern auf den Intensivstationen nur ungeimpfte Patienten lägen. Diese Behauptung ist eindeutig falsch, sie widerspricht sogar den zum Beispiel vom ORF veröffentlichen aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums und den veröffentlichen Aussagen aus verschiedenen Krankenanstalten. Das ist eine Tatsache“, sagte heute die stellvertretende FPÖ-Klubobfrau NAbg. Dagmar Belakowitsch.

„Gerade vom Präsidenten der Ärztekammer, einem langjährigen Funktionär, der sich ständig im politischen Umfeld bewegt, oft in Fernsehstudios sitzt, regelmäßig Interviews gibt und an unzähligen Pressekonferenzen teilnimmt, kann man sich als Abgeordneter erwarten, dass er bestens vorbereitet zu einem Hearing ins Parlament kommt und mit Kritik und kritischen Fragen umgehen kann. Wenn der als Experte der SPÖ geladene Ärztekammer-Chef eine dermaßen eindeutig falsche Aussage zur Belegung der Intensivstationen tätigt, dann hätte er dem Widerspruch unserer Abgeordneten auch anders begegnen können, nämlich nachzufragen und seine Aussage zu korrigieren – statt einfach den Saal zu verlassen“, betonte Belakowitsch.

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