Haltungs-Journalisten: Betrunken, hysterisch, eigennützig und gemein?

Österreichs Haltungs-Journalisten: Betrunken, hysterisch, eigennützig und gemein?
Symbolbild: freepik

In Österreich befindet sich nicht nur die etablierte Politik in einer schweren Vertrauenskrise. Auch einige sogenannte „Journalisten mit Haltung“ dürften in den letzten paar Tagen die letzte Bodenhaftung verloren haben.

Ein Kommentar von Thomas Steinreutner

So trat ORF-Moderator Roman Rafreider gestern Abend in einem unkoordiniert wirkenden Zustand vor die ZIB-Kameras um lallend die Spätnachrichten zu präsentieren. Boulevardmedien mutmaßten eine Alkoholisierung bei dem Moderator, denkbar wäre freilich auch, dass er aufgrund einer Erkrankung Medikamente nehmen musste. Nachdem Rafreider in Folge vom ORF von allen Aufgaben entbunden wurde, spricht vieles für die erste Theorie. Für die Zuschauer ergab sich jedenfalls ein merkwürdiges Bild:


Abgetaucht: Klenk am Klo

Ein paar Stunden zuvor verkündete Falter-Chefredakteur auf Twitter, dass er eine Zugfahrt von Wien nach Venedig zumindest teilweise auf der Toilette verbrachte, weil in seinem Abteil „praktisch keiner Maske“ trug und im Zug die 2G-Regel nicht gelte. Völlig verärgert fotografierte er die Klotüre und twitterte:

„Diese Rücksichtslosigkeit ist echt zum Schei…“

Was die anderen Zugpassagiere über jemanden denken, der möglicherweise stundenlang eine der wenigen Toiletten als Büro nutzt und damit blockiert, ist nicht bekannt.

Harmloser Schulterkuss als Angriff auf die Pressefreiheit

Wiederrum ein paar Stunden zuvor, legte Isabell Daniel im TV-Studio von „oe24“ einen bizarren Auftritt hin. Gemeinsam mit einer anderen Moderatorin sprach sie sichtlich empört über die angeblich so schrecklichen Angriffe auf Journalisten bei den Corona-Demos in Wien. In ihrer Empörung merkte die Haltungs-Journalistin jedoch nicht, dass sie mit ihrer Erzählung längst den Boden der Realität verlassen hatte. Aber sehen Sie selbst:

Manche fühlen sich durch Daniels Beschreibungen an diese Szene aus Carl Millöckers Operette „Der Bettelstundent“ erinnert:

Presseclub schreit nach Zensur

Den sprichwörtlichen Vogel schoss diese Woche jedoch der „Presseclub Concordia“ ab, der sich anstatt für Presse- und Meinungsfreiheit einzusetzen „ServusTV“ bei der Medienbehörde „KommAustria“ anzeigte, weil der Intendant des Privatsenders, Ferdinand Wegscheider, angeblich regelmäßig Unwahrheiten in seinen satirischen Wochenkommentaren verbreiten würde. Dadurch würden Leute aufgehetzt und die Wissenschaft schlecht gemacht. Diese Unausgewogenheit sei schlecht für die Gesellschaft, so die Generalsekretärin des Presseclubs. Bei Concordia dürfte man von Pressevielfalt nicht wirklich viel halten, wenn diese nicht der persönlichen Haltung entspricht.

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