„Dresdner Gespräch“ über Rechtsparteien zwischen Tradition und Zukunft

"Dresdner Gespräch“ über Rechtsparteien zwischen Tradition und Zukunft
Bild: (v.l.n.r.) Tomasz Froelich, Antonin Brousek, Alexander Sell, Maximilian Krah und Michael Scharfmüller im „Dresdner Gespräche“-Studio.

Dass patriotische Parteien in Europa zusammenarbeiten müssen, um die Zukunft ihrer Völker zu sichern, steht außer Streit. Die Frage ist jedoch, wie es gelingen kann, die doch oft recht unterschiedlichen Parteien bei den wichtigsten Punkten auf einen Nenner zu bringen und die Vorteile einer gemeinsamen Zukunft vor die oftmals trennenden Erfahrungen der Vergangenheit zu stellen. Genau diese Fragestellung war im November Thema bei einem „Dresdner Gespräch“ zu dem EU-Abgeordneter Maximilian Krah (AfD) einlud.

Video-Aufzeichnung der Diskussion am Ende des Beitrags

Unter der Moderation von Alexander Sell gaben die einzelnen Diskussionsteilnehmer einen Einblick in die Lage ihrer jeweiligen Länder. Tomasz Froelich, stellv. Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“ mit deutsch-polnischer Doppelstaatsbürgerschaft, klärte über die Parteienlandschaft in Polen auf. Der in Prag geborene AfD-Politiker Antonin Brousek erzählte von den unterschiedlichen rechten Parteien in Tschechien und Info-DIREKT-Chefredakteur Michael Scharfmüller schilderte, wie sich die FPÖ nach den Schwierigkeiten im Jahr 2017 wieder zurück auf die Erfolgsspur kämpft.


Gemeinsames ideologisches Fundament

Gleich zu Beginn der eigentlichen Diskussion zeigte Maximilian Krah die teilweise unterschiedlichen Ausgangspositionen der verschiedenen europäischen Rechtsparteien auf, denen es oft an einem ideologischen Fundament fehle. Die fehlende gemeinsame Ideologie sei auch ein Grund dafür, weshalb die Bildung einer großen gemeinsamen Fraktion der rechten Parteien noch schwierig sei, so Krah.

Dem pflichtete Froelich zwar bei, er sah aber auch, dass alle verstanden hätten, dass wir ein „Bollwerk gegen die Globalisten“ bräuchten und dazu die „Kräfte bündeln“ müssten.

Vergangenheitsbewältigung

Diese Aussage rief Brousek auf den Plan, der meinte, dass das nur die Sicht aus Brüssel sei. In Wirklichkeit würden rechte Parteien auf Ressentiments gegen andere Länder aufbauen. Ein Grund dafür seien die gegenseitigen Gebietsansprüche, die nicht miteinander kompatibel wären.

Ganz so pessimistisch sahen das die anderen Diskussionsteilnehmer nicht. Maximilian Krah, meinte, dass durch die strauchelnden Christdemokraten ein Vakuum entstehen könnte, in das rechte Parteien vorstoßen könnten. Der Druck der Gegenwart gebe Hoffnung, dass sich all diese Parteien in eine ähnliche Richtung entwickeln könnten und dadurch kompatibel werden.

Aus Sicht von Michael Scharfmüller hat der Druck der Gegenwart bereits dazu geführt, dass gegenseitige Gebietsansprüche bei jungen Patrioten eine untergeordnete Rolle spielen, weil aufgrund der Überfremdung alle danach trachten müssten, Städte wie Berlin und Wien nicht auch noch zu verlieren.

Vom Standpunkt der Westeuropäer aus betrachtet, möge das zwar stimmen, da in Osteuropa Migrationsprobleme jedoch noch keine Rolle spielen, seien dort alte Vorurteile noch viel präsenter, widersprachen Froelich und Brousek.

Krah gab sich trotzdem zuversichtlich, dass sich diese Probleme „herauswachsen“ könnten. Man müsse jedoch aufpassen, dass sich die Parteien nicht gleichzeitig in ihrer geopolitischen Ausrichtung in unterschiedliche Richtungen entwickeln.

Charisma und Charakter statt Modernisierung

Am Beispiel Frankreich wurde dann noch darüber diskutiert, ob sich rechte Parteien modernisieren müssten. Als positives Beispiel für eine Partei, die ein gutes Auftreten an den Tag legt und inhaltlich knallhart ist, wurde der „Vlaams Belang“ aus Belgien genannt. Worauf sich eine lebhafte Diskussion darüber entwickelte, welche Voraussetzungen gute Politiker mitbringen müssten. Dabei einigte sich die Runde darauf, dass Charisma und Charakter wichtig wären. Brousek meinte, dass man Charakter jedoch nicht so leicht erkennen könnte. Dem entgegnete Scharfmüller, dass man sich nur die persönlichen Vorlieben von Politiker ansehen müsse, um zu erkennen, wer gerne den Falschen gefallen möchte. Zudem müsse man bei der Jugendarbeit aufpassen, dass man sich keine Bonzen heranzüchte.

Bei der Jugend ansetzen

Wenn der Inhalt passt, ziehe man auch gute Leute an, zeigte sich Krah überzeugt. Brousek brachte das Konzept der Mosaik-Rechten ein, was Scharfmüller dazu veranlasste über sein Lieblingsthema zu sprechen – den unnötigen Distanzierungen, die das gesamte Lager schwächen und nur dem Gegner nutzen würden.

Hier eine Aufzeichnung der 57-Minuten langen Diskussion:

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