Fremd in Wien-Favoriten – Gastbeitrag eines Einheimischen

Fremd in Wien-Favoriten - Gastbeitrag eines Einheimischen
Bilder direkt aus Wien-Favoriten: Friedrich Langberg für Info-DIREKT

Der Wiener Bezirk „Favoriten“ ist derzeit in aller Munde, weil eine Bewohnerin im Gespräch mit dem Gratisblatt „Heute“ Klartext spricht. Einen etwas tiefgründigeren Blick als die verärgerte Dame hat Friedrich Langberg für das Magazin Info-DIREKT, Ausgabe 39 (Stoppt die Migration), bereits im September 2021 auf seinen Heimatbezirk geworfen. Lesen Sie jetzt zum ersten Mal online, weshalb er trotz der zahlreichen Probleme noch immer gerne in Favoriten lebt.

Ein Gastbeitrag von Friedrich Langberg

Weltbekannte Orte verbindet man gewöhnlich mit dem, wofür sie eben bekannt sind. In Paris verliebt man sich, in der Schweiz legt man Geld an und bei den Russen lernt man, wie man Wodka trinkt. Auch Favoriten, dem Zehnten Wiener Gemeindebezirk, eilt ein Ruf voraus. Wird aus ihm berichtet, geht es meist um Islamisierung, Kriminalität, Dschihadismus, soziale Spannungen und andere Faktoren, die unter dem Sammelbegriff „Vielfalt“ verschleiert werden.


Interessant ist der Bezirk, weil ihn vom Rest des Landes kaum noch etwas trennt: Nur 20 Jahre Vorsprung. Optimistisch geschätzt. Hier kann nachvollzogen werden, welche politischen Fehler am Ende zu welchen Konsequenzen führen. Und vor allem: Wie schnell und irreversibel Ersetzungsmigration ein Land verändert.

Die Wohnung, in der ich heute lebe, habe ich von meinen Großeltern übernommen. Sie haben hier gelebt, weshalb ich die Entwicklung von klein auf mitbekommen habe. Erst unbewusst, mit zunehmendem Alter immer bewusster. Meine übrige Familie lebte am Land, wodurch ich die wesentlichen Unterschiede schon beim Aufwachsen erkennen konnte: Zwischen Regionen, die von Überfremdung betroffen sind, und solchen, die es nicht sind.

Österreicher – eine Minderheit unter vielen

Im Jahr 2000 war ich etwa zehn Jahre alt. Damals trug vielleicht eine von 50 Frauen, die man auf der Straße sah, ein Kopftuch. Die dominante Sprache im Bezirk war Wienerisch. Das Straßenbild war geprägt von einheimischen Geschäften, regionalen Kleinunternehmen und Würstelständen. Erinnerungen, die im Favoriten der Gegenwart klingen wie der Mythos von Atlantis: Die Beschreibung einer untergegangenen Welt.

Heute ist alles anders. Deutsch ist nur noch eine Fremdsprache von vielen. Gesichter, Geschäfte und Dialekte aus aller Herren Länder bevölkern dicht gedrängte Straßen und Gassen. Der Viktor-Adler-Markt könnte als Filmkulisse für den Bazar von Istanbul herhalten. Der Reumannplatz, benannt nach dem ersten roten Bürgermeister der Stadt, ist ein pulsierendes Zeugnis sozialdemokratischer Migrationspolitik: Ein chaotisches Babel, in dem alle Ghettos der Welt zu einem einzigen zusammengewürfelt wurden. Es könnte überall sein und nirgendwo. Wären die Preisschilder nicht mit „Euro“ beschriftet, fände man keinen Hinweis darauf, sich in Europa zu befinden.

Intoleranz ist menschlich

Wer Widerwillen gegen diese Veränderung ausdrückt, fängt sich von Außenstehenden den Vorwurf des Rassismus ein. Das sei doch „oberflächlich“ und „intolerant“. Sich über Kriminalität und Randale zu beschweren, sei ja noch verständlich – aber über fremde Sprachen, Gerüche, Feste und Mentalitäten? Die sind doch eine „Bereicherung“, wen könnte das denn stören?

Dazu Folgendes: Das Bedürfnis, kulturell unter sich zu sein, wird nur den Einheimischen zum Vorwurf gemacht. Dabei ist es keine „rassistische“ Überheblichkeit weißer Österreicher, sondern bei der Mehrheit aller Menschen zu beobachten: Warum ziehen denn Türken immer in dieselben Bezirke? Weil sie in einem Umfeld leben wollen, wo ihre Sprache gesprochen wird. Wo es türkische Geschäfte gibt und türkische Zeitungen, türkische Kinder an den Schulen und türkische Musik in den Lokalen.

Niemand nennt sie deswegen Rassisten. Wollen alte Wiener aber nicht mit ansehen, wie aus ihrem Arbeiterbezirk ein Kalifat wird, schwingt die Lügenpresse mit der Nazikeule. Weil die meisten Journalisten nicht anhand logischer Prinzipien argumentieren, sondern wie dressierte Affen „gegen rechts“ brüllen.

Kulturkampf und Kriminalität

Die Tage, in denen sich die Ausländerdebatte um rein kulturelle Veränderungen gedreht hat, sind jedoch ohnehin vorbei. Inzwischen breiten sich genau die Zustände aus, die vom migrationsfreundlichen Mainstream immer als rassistische Panikmache etikettiert wurden: Importierte Konflikte, Kulturkämpfe, exorbitante Kriminalität, Bildungsferne, religiöser Fundamentalismus und ökonomische Verelendung.

Migrantische Jugendliche verwüsten in der Weihnachtszeit die Antonskirche und werfen zu Silvester „Allahu Akbar“ brüllend Rauchbomben auf Polizisten. Aus Schulen in Favoriten pilgerten selbst Jugendliche in den „Heiligen Krieg“ nach Syrien. Türkische Nationalisten liefern sich Straßenschlachten mit Kurden von der PKK. In den Moscheen stellen Kleinkinder unter Aufsicht von Imamen osmanische Schlachten nach. Im Waldmüllerpark werden Frauen vergewaltigt und mehr „Gras“ verkauft als im Baumarkt. Wer in Favoriten lebt, sieht jede Woche mehr Blaulicht als ein Dorfpolizist in vierzig Dienstjahren. Das ist die dunkle Seite der Vielfalt, die in Zeitung und Fernsehen zwar nicht vorkommt, außerhalb der Medienblase aber das Stadtbild prägt.

Es ist nicht alles schlecht

Alles schlechtzureden ist natürlich auch nur die halbe Wahrheit. Ich lebe trotz genannter Umstände sehr gerne in Favoriten und weigere mich beharrlich, den verlorenen Posten hier zu räumen. Der Satz mag inzwischen ein einziges Klischee sein, behält aber einen wahren Kern: Es sind nicht alle so. Die Kriminellen und Wahnsinnigen stellen auch unter Migranten keine absolute Mehrheit. Neben ihnen habe ich hier schon Menschen sonder Zahl kennengelernt, die, zumindest für mich, tatsächlich eine Bereicherung waren.

Ein älterer Herr aus Syrien etwa, der mich zu seiner Familie nach Hause eingeladen und mit allen Delikatessen der arabischen Welt bekocht hat. Nur, weil ich ihm einmal bei ein bisschen lästiger Bürokratie behilflich war. Oder eine junge Frau aus dem Iran, die ich mit ihrer Tochter zur Schule begleitet habe, weil sie klarstellen wollte, dass sie für ihr Kind keine islamische Erziehung wünscht. Einen Satz von ihr werde ich nie vergessen:

„Hätte ich gewollt, dass meine Tochter so einen Mist lernt, wäre ich in die Türkei geflüchtet – und hätte mir den Weg hierher gespart“.

Man kann nicht jeden Einzelnen haftbar machen für seinen ganzen Kulturkreis. Menschen nutzen die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden, um ihr Leben zu verbessern – wie die meisten von uns. Verantwortlich zu machen sind Politiker, die diese Möglichkeiten schaffen!

Politiker als Verantwortliche

Es ist wie eine Schifffahrt, für die der Kapitän zu viele Karten verkauft hat, um mehr Umsatz zu machen. Kommen zu viele Menschen an Bord, geht das Schiff unter. Wer ist dann schuld? Die Käufer, die sich über das Angebot gefreut und Karten gekauft haben? Oder der fahrlässige Kapitän? Ich würde sagen: Letzterer.

Genau wie Regierungen, die mit Staatsbürgerschaften und Sozialleistungen um sich werfen, als ginge es um Spielgeld. Natürlich lockt das – in einer Welt, in der drei Milliarden Menschen von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen – Massen an. Das ändert aber nichts daran, dass ein Schiff sinkt, wenn zu viele an Bord kommen. Deswegen wäre es an der Zeit, den fährlässigen Kapitän über Bord zu werfen. Denn wenn unser Schiff sinkt, ist ganz Österreich Favoriten.

+++ Dieser Beitrag von Friedrich Langberg erschien im 39. Magazin Info-DIREKT mit dem Schwerpunktthema „Migration stoppen“. Um kein Magazin mehr zu versäumen, abonnieren Sie Info-DIREKT am besten ab nur 38,50 Euro im Jahr. +++

+++ Lesen Sie jetzt auch die Reportage von Michael Scharfmüller über die schrecklichen Zustände im Frankfurter Bahnhofsviertel und seinen Reisebericht direkt aus Syrien! +++

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