Van der Bellen soll sich endlich für politische Geisel einsetzen

Abgepasst: Van der Bellen soll sich für politische Geisel einsetzen
Bilder der Mahnwache und von Bundespräsident Van der Bellen mit Familienangehörigen der politischen Geiseln: unzensuriert.at; Bildkomposition: Info-DIREKT

Zwei Österreicher werden im Iran und in Afghanistan als politische Geiseln festgehalten. Bereits vor Monaten wandten sich deren Angehörige deshalb mit Briefen an Bundespräsident Van der Bellen. Da dieser die Hilfegesuche einfach ignoriert haben soll, wurde er nun persönlich damit konfrontiert.

Gestern organisierten die beiden Familien eine Mahnwache am Ballhausplatz in Wien, um auf das Schicksal ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Am Ballhausplatz residieren sowohl der Bundeskanzler als auch der Bundespräsident. Der Ort für die Mahnwache war auch deshalb gut gewählt, weil bekannt ist, dass Bundespräsident Van der Bellen seinem Hund am angrenzenden Heldenplatz regelmäßig Gassi geht.

Das war auch gestern der Fall. Deshalb konnten die beiden Familien die Gelegenheit nutzen und dem ehemaligen Parteichef der Grünen jeweils ein Bittschreiben persönlich überreichen. Notwendig war dieses persönliche Vorsprechen, da er bisherige Schreiben, die per Post an ihn gerichtet wurden, einfach ignoriert haben soll.


Ob sich Van der Bellen jetzt für die beiden Österreicher einsetzen wird, ist fraglich. Zumindest kann er nun nicht mehr sagen, dass er von nichts gewusst hätte.

Die politischen Geiseln:

Herbert Fritz

Seit über sechs Monaten wird der Journalist Herbert Fritz in Afghanistan in einem Gefängnis des Geheimdienstes festgehalten. Der absurde Vorwand dafür: Spionage. Der 84-jährige Fritz recherchierte in Kabul für ein Buchprojekt über Afghanistan. Sein Gesundheitszustand ist mittlerweile mehr als besorgniserregend. Mehr über das spannende Leben von Herbert Fritz lesen Sie hier: Das Leben von Völkerfreund Herbert Fritz. Weitere Hintergrundinfos zu seinem Fall hören Sie in diesem „Info-DIREKT Live-Podcast“: Völkerfreund Herbert Fritz – politische Geisel der Taliban 

Christian Weber

Seit fast eineinhalb Jahren sitzt der Wiener Student Christian Weber im Iran in Haft. Eine an den Haaren herbeigezogene Verurteilung wegen Spionage konnte durch den Einsatz seiner Familie in zweiter Instanz abgewendet werden. Trotzdem sitzt er wegen kleinerer Delikte noch immer in Haft. Auch in seinem Fall gab es so gut wie keine Hilfe des von Schallenberg (ÖVP) geführten Außenministeriums. Mehr über den Fall von Christian Weber berichten wir in den nächsten Wochen in einem „Info-DIREKT Live-Podcast“. Um diesen zu hören, folgen Sie uns am besten auf YouTube und Telegram.

Politischer Hintergrund

Dass es sich bei den beiden Österreichern um politische Geiseln handelt, liegt nahe, da der Iran und Afghanistan so vermutlich Gespräche mit Österreich erzwingen möchten. Österreich hätte auch die Möglichkeit diese Gespräche zu führen. Bisher fehlte jedoch der politische Wille dazu.

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