Die extrem linke Kampagnenplattform Campact verliert Monat für Monat rund 1.400 regelmäßige Spender. Das geht aus einem Newsletter hervor, den die Organisation in den vergangenen Tagen an ihre Unterstützer verschickt hat.
Ein Kommentar von Thomas Steinreutner
In dem aktuellen Rundbrief schreibt Campact-Vorstand Felix Kolb, dass immer mehr Menschen ihre Unterstützung einstellen, weil ihnen die Anti-AfD-Kampagnen missfallen. Vor zwei Jahren habe man knapp 870 Unterstützer pro Monat verloren, nun seien es 1.400. Den Grund dafür sieht Kolb einerseits in der schlechten wirtschaftlichen Lage, andererseits aber auch in der politischen Ausrichtung seiner Organisation. Kolb dazu:
„Viele verlassen uns, weil ihnen unsere Kampagnen rund um die AfD missfallen.“
Kampagnen gegen die AfD als Grund
Als Beleg für seine Einschätzung werden zwei ehemalige Unterstützer zitiert. Der eine sieht die Demokratie in Deutschland gefährdet:
„Sorry, da bin ich dann raus bei Campact. […] Egal, was man von der AfD hält, aber das, was hier mittlerweile in Deutschland passiert, ist mehr als übel und undemokratisch.“
Der andere begründet die Einstellung seiner Unterstützung für das linke Projekt so:
„Nein, gegen die AfD unterstütze ich niemanden! Für mich sind das im Moment die Politiker, die am realen Leben in Deutschland nicht vorbeischauen.“
Campact will sich weiter in Wahlkämpfe einmischen
Freilich bringen solche Rückmeldungen die Campact-Akteure nicht zum Nachdenken. Kolb und seine Genossen wollen weitermachen wie bisher, auch wenn es nicht allen gefalle, „dass wir uns in Wahlkämpfe einmischen“. Dies sei aber notwendig, weil in diesem Jahr fünf Landtagswahlen anstünden und die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sogar vorne liege, erklärt der Campact-Vorstand. Dass die AfD bei diesen Wahlen gut abschneidet, „wollen wir verhindern!“, so Kolb. Und weiter:
„Wir wissen: Es gefällt nicht allen, wenn wir uns in Wahlkämpfe einmischen – wir rechnen deshalb mit noch mehr Kündigungen.“
Brandmauer-Beschützer betteln um Geld
Der Einsatz von Campact gegen die AfD und für die Brandmauer sei jedoch gerade jetzt besonders wichtig, weil Teile der Union und der Wirtschaft mit der AfD liebäugeln würden. In typischen Antifa-Phrasen erklärt Kolb:
„Wir stellen uns schützend vor die Brandmauer und legen uns dafür auch mit mächtigen Unternehmen an.“
Für diesen Gratismut würde Campact teilweise „heftige Kritik“ ernten, trotzdem werde man die „klare Haltung“ nicht aufgeben. Das sei jedoch nicht leicht, weil man nicht nur Unterschriften für Kampagnen, sondern auch Geld brauche.
Der digitale Bettelbrief von Campact, das 2019 seine Gemeinnützigkeit verloren hat, endet mit einem Aufruf:
„Für jede Person, die uns nicht mehr fördert, müssen wir jemanden Neues finden.“
Ewiggestriger Klassenkampf
Das Verhalten von Campact zeigt, wie weit sich die extreme Linke bereits von den tatsächlichen Sorgen der Menschen verabschiedet hat und wie schwer es ihr fällt, auf die geänderte Stimmung im Land zu reagieren. Engstirnig und im ewiggestrigen Klassenkampf gegen rechts verfangen, hängt sie – fernab jeglicher Realität – an ihren eigenen Erzählungen fest.
Weitere Infos
Über die Wahleinmischungen linker Vereine berichtete Info-DIREKT bereits im Jahr 2024 in einem "Info-DIREKT Live-Podcast" mit Michael Schärfer:






