Die Wiener ÖVP fordert ein Denkmal für den polnischen König Sobieski, der 1683 dazu beitrug, Wien von der türkischen Belagerung zu befreien. Mit dieser Forderung stellt sich die ÖVP politisch auf die Seite der FPÖ sowie der Identitären Bewegung (IB) und Martin Sellner. Mehr noch: Die Volkspartei bedient sich dabei sogar einer Aktionsform, die auch von den Identitären angewandt wird.
Ein Kommentar von Thomas Steinreutner
Martin Sellner begrüßt gegenüber Info-DIREKT den Vorstoß der Wiener ÖVP:
„Es braucht ein würdiges Denkmal auf dem Kahlenberg. Wir fordern das schon seit Jahren, und es ist an der Zeit, dass die Stadt Wien die Vergangenheit ehrt.“
Trotz aller Differenzen zwischen der IB und der ÖVP gebe es gemeinsame Ziele, für die man punktuell zusammenarbeiten könne. Sellner hält deshalb fest:
„Gut, dass wir hier Seite an Seite mit der Volkspartei stehen.“
ÖVP entdeckt identitäre Aktionsformen
Zuvor errichteten ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß und Stadträtin Kasia Greco gemeinsam mit dem polnischen Botschafter eine mehr als zwei Meter hohe symbolische Sobieski-Statue. Zierfuß erklärte dazu:
„Wenn die Stadt ihrer historischen Verantwortung nicht nachkommt, dann setzen wir dieses Zeichen eben selbst.“
Damit wählte die ÖVP eine Aktionsform, wie sie seit Jahren zum politischen Handwerkszeug der Identitären gehört: Eine symbolische Intervention macht sichtbar, was die Verantwortlichen verdrängen oder verschleppen. Sie schafft starke Bilder, zwingt die Medien zur Berichterstattung und trägt das Anliegen in eine breitere Öffentlichkeit.
Unterstützung von rechts, Schmähungen von links
Auch die FPÖ steht hinter der Forderung. Die Wiener FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch bezeichnete das Sobieski-Denkmal als „Frage des historischen Anstands“. Am 12. September hält zudem die Identitäre Bewegung mit einer Kundgebung am Kahlenberg die Erinnerung an die Befreiung Wiens hoch.
Wenig Zustimmung findet die Volkspartei hingegen bei ihren Genossen im „Kampf gegen rechts“. Der „Falter“ reagierte auf den Vorstoß mit einem spöttischen Beitrag und verlieh dem ÖVP-Klubobmann den "Dolm der Woche".
Ein Denkmal wartet seit Jahren
Das Denkmal für Jan III. Sobieski ist längst fertig, der Sockel am Kahlenberg wurde bereits 2013 errichtet. Dennoch verweigert die Stadt Wien der Reiterstatue bis heute ihren vorgesehenen Platz. Sobieski führte 1683 das christliche Entsatzheer an, das Wien von der osmanischen Belagerung befreite. Die Hintergründe des jahrelangen Streits schildert der „Kurier“.
Die ÖVP hat nun ein starkes Bild geschaffen und eine richtige Forderung erhoben, dass sie sich jedoch mit ganzer Kraft tatsächlich dafür einsetzt, ist nicht zu erwarten. Viel wahrscheinlicher ist es, dass jene Patrioten, die die Erinnerung an die Türkenbefreiung tatsächlich hochhalten, in diversen Berichten landen, die vom extrem linken DÖW für das ÖVP-geführte Innenministerium erstellt werden.
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Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich die ÖVP immer wieder als heimatverbundene, ja sogar identitäre Partei präsentiert. So auch der damalige ÖVP-Klubobmann im Nationalrat August Wöginger im Jahr 2019 in einem Interview mit Info-DIREKT: „Wir sind eine heimatverbundene Partei!“






