Die EU-Kommission verschwendet in nur vier Jahren 158,4 Milliarden Euro für Projekte mit mit Genderbezug. Die EU-Abgeordnete der AfD Irmhild Boßdorf sieht darin eine ideologische Fehlpriorisierung zulasten von Familien und Müttern.
Ein Kommentar von Christoph Grubbinder
Der Monat Mai gilt im katholisch geprägten Europa traditionell als Marienmonat. Er steht kulturell für Mutterschaft, Familie und Schutz des Lebens. Genau diesen Kontrast greift Boßdorf (AfD): Während viele Familien unter steigenden Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot und unsicheren Zukunftsaussichten leiden, fließen in Brüssel Milliarden in Programme, die unter dem Stichwort „Gender Mainstreaming“ laufen.
Boßdorf, die im EU-Parlament Mitglied des Ausschusses für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) ist, spricht von einer „radikalen politischen Umdeutung traditioneller Werte“ durch die EU.
„Brüssel missbraucht unsere Symbole für eine ideologische Agenda. Laut EU-Kommission flossen zwischen 2021 und 2024 rund 158,4 Milliarden Euro in Programme mit Genderbezug. Es ist ein Skandal, dass Milliarden für LGBTQIA+-Initiativen wie den IDAHOBIT reserviert sind, während für die gezielte Entlastung von Müttern – ob berufstätig oder nicht – die Mittel fehlen. Diese Fehlpriorisierung befeuert die Stigmatisierung klassischer Geschlechterrollen.“
EU-Kommission bestätigt Milliarden-Ausgaben mit Genderbezug
Die Zahl von 158,4 Milliarden Euro findet sich tatsächlich in den Unterlagen der EU-Kommission zum sogenannten Gender Equality Mainstreaming im EU-Haushalt. Demnach wurden im Zeitraum von 2021 bis 2024 insgesamt zwölf Prozent der EU-Haushaltsausgaben als Beiträge zur „Förderung von Gender“ eingestuft. Konkret spricht die Kommission von 158,4 Milliarden Euro in vier Jahren.
Erfasst werden dabei Programme, die etwa Frauen am Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Betreuungsinfrastruktur, weibliches Unternehmertum oder die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt fördern sollen. Kritiker sehen darin aber genau das Problem: Unter dem scheinbar harmlosen Begriff der „Gleichstellung“ werde ein immer größerer Teil des EU-Haushaltes ideologisch markiert und politisch gelenkt.
Brüssel will Gender-Kurs weiter ausbauen
Ein Einlenken der EU-Kommission ist auch bei diesem Thema nicht ist, wie die neue EU-Gender-Gleichstellungsstrategie 2026 bis 2030, zeigt. Darin kündigt Brüssel an, Gleichstellung „in jeden Aspekt des Lebens“ einzubetten – online wie offline, von Bildung und Gesundheit bis zu Arbeit und Führung. Zugleich nennt die Kommission ausdrücklich den Kampf gegen sogenannte „Anti-Gender-Narrative“ als neues politisches Handlungsfeld.
Parallel dazu führt die EU ihre LGBTIQ+-Gleichstellungsstrategie 2026 bis 2030 fort. Diese soll LGBTIQ-Gleichstellung laut Kommission in allen Politikbereichen verankern, zivilgesellschaftliche Organisationen fördern und den Kampf gegen sogenannte Konversionspraktiken intensivieren. Der jährlich am 17. Mai begangene IDAHOBIT – der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie – ist längst Teil dieses politischen Symbolhaushalts der EU.
Boßdorf kritisiert Abtreibungsforderungen im Pflege-Bericht
Besonders scharf kritisiert Boßdorf einen Bericht des EU-Parlaments mit dem Titel „Fortschritte in Richtung Pflege- und Betreuungsgesellschaft: Überwindung des geschlechtsspezifischen Gefälles bei Betreuungs- und Pflegeaufgaben“. Nach Darstellung Boßdorfs fordern die regierenden Parteien darin einen massiven Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen. Für die AfD-Abgeordnete ist das ein weiterer Beleg dafür, dass Brüssel Familienpolitik zunehmend gegen klassische Vorstellungen von Mutterschaft, Lebensschutz und nationaler Souveränität ausrichtet.
„Dass ausgerechnet im Monat des Lebens die Tötung Ungeborener als staatliche Aufgabe deklariert wird, widerspricht unserer christlich-abendländischen Kultur zutiefst. Die ESN fordert stattdessen eine echte Willkommenskultur für Un- und Neugeborene sowie die Achtung der nationalen Souveränität gegenüber dem Brüsseler Gender-Zentralismus.“
Ideologischer Umbau der europäischen Völker?
Die EU-Kommission präsentiert ihre Gender-Ausgaben als Fortschritt im Sinne von Gleichstellung. Boßdorf und ihre Fraktion Europa der Souveränen Nationen (ESN) sehen darin hingegen einen milliardenschweren Kulturkampf gegen traditionelle Familienbilder.
Gerade der Verweis auf den Marienmonat Mai macht diese Auseinandersetzung symbolisch sichtbar: Dort, wo früher Mutterschaft, Fürsorge und Schutz des Lebens im Mittelpunkt standen, setzt Brüssel heute auf Gender-Strategien, Quotenlogik und LGBTIQ-Aktionspläne. Dieser ideologische Wahnsinn macht sich bereits in den immer stärker rückläufigen Geburtenraten bemerkbar.






