Ein Ex-Mitglied der Identitären Bewegung schildert seinen Weg in den radikalen Islam. Der fesselnde Erlebnisbericht „Taqiyya“ geht weit über die Erwartungen hinaus.
Eine Buchbesprechung von Karl Sternau
Michael Lindwurm ist ein Pseudonym, was der Autor zu Anfang klarstellt. Er schrieb diese wahre Geschichte nieder, damit sie und das Leid darin nicht vergessen werden. Es ging ihm dabei nicht um Selbstrechtfertigung.
Authentizität
Die Offenheit hat mich an Helbigs „Unter meinem Kittel trag ich Hosenträger“ erinnert. Auch wenn hier ein komplett anderes Thema vorliegt, haben beide Werke gemeinsam, dass sie von der Authentizität leben. Michael schildert anschaulich, wie er zum radikalen Islam konvertierte.
Suche
Sein Studium der katholischen Theologie hatte er abgebrochen, da es ihm nichts mehr gab. Er sah am Ende nur noch Systematik und keine Wahrheit mehr. Politisch war er rechts – las Carl Schmitt und Alain de Benoist und war bei den Identitären aktiv. Er suchte nach einem „Bollwerk gegen die Auflösung“ der Gegenwart.
Wahrheit
„Die Wahrheit ist einfach.“ Dieser Satz prägte Michaels Einstieg in den Islam. Als Konvertit versuchte er eifrig den Glauben seiner neuen Brüder zu erlernen. Er schreckte dabei nicht davor zurück, seinen Kreuzanhänger (ein Geschenk seiner Großmutter) zu zerstören. Doch die Hingabe an den Islam sollte ihn noch mehr kosten.
Abgründe
Michael tauchte tief in den radikalen Islam in Berlin-Neukölln ein. Er lebte mit Muslimen zusammen in einer Wohngemeinschaft (vom deutschen Steuerzahler finanziert) und erfuhr, was „Taqiyya“ bedeutet. Darunter versteht man, dass man lügen darf, wenn es dem Glauben nutzt und Ungläubigen schadet. In den Worten eines (damaligen) Glaubensbruders Michaels:
„Man muss das ausnutzen. Ihre Offenheit. Ihre Schwäche. Ihren Wunsch, sich zu versöhnen. Man muss mitspielen – solange es nötig ist.“
Ausstieg
Die Radikalität seiner neuen Freunde erkannte Michael nicht nur beim Jubel über die brutalen Angriffe vom 7. Oktober 2023, sondern vor allem im Umgang mit einer Frau, deren Schicksal Michael mitprägte. Die rund 120 Seiten lesen sich in einem Rutsch und bleiben im Kopf.
Das Buch „Taqiyya – Ein falscher Bruder unter den Rechtgläubigen“ von Michael Lindwurm ist beim Ares Verlag 2026 erschienen. Es umfasst 128 Seiten und ist zum Preis von 20 Euro unter anderem direkt beim Verlag erhältlich: https://www.ares-verlag.com/product/taqiyya/






