Am Rande einer von FPÖ und Patriots organisierten Podiumsdiskussion zum Thema "Der Angriff auf Medien- und Meinungsfreiheit" führte Info-DIREKT ein Video-Interview mit dem bekanntesten Jugendforscher Österreichs, Bernhard Heinzelmaier. Im Gespräch mit Michael Scharfmüller spricht Heinzelmaier u.a. die zunehmende psychologische Belastung durch die Einschränkung der Meinungsfreiheit offen an. (Video-Interview am Ende des Textes.)
Heinzlmaier warnt eindringlich vor den Folgen, wenn Menschen ihre Kritik und Wut nicht mehr offen äußern können. Er betont, dass das ständige Abwägen jedes Wortes krank mache:
„In dem Moment, wo jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird und wo besonders emotionale Inhalte unterdrückt werden müssen, werden die Menschen einfach – vergiften sie sich selbst und werden dazu grantigen, unangenehmen, wütenden Zeitgenossen.“
Trotz des hohen Konformitätsdrucks beobachtet er bei Patrioten eine größere Gelassenheit als bei den Linken. Er bezieht sich dabei auf eine Aussage von Punk-Legende John Lydon:
„Er hätte nie gedacht, dass er das einmal sagen wird, dass die Linken alle angepasste fade Leute sind und die Rechten eigentlich die kritischen und die interessanten Menschen, denen man gerne zuhört.“
Kritik am Bildungssystem
Ein Grundstein für die zunehmende Unterdrückung werde im Bildungssystem gelegt. Während Schüler und Studenten noch vor wenigen Jahrzehnten dazu angehalten wurden, alles kritisch zu hinterfragen, würden diese heute zu „Ja-Sagern“ erzogen. Heinzelmaier wörtlich:
„Man schickt einen normalen jungen Menschen auf die Universität, und am anderen Ende kommen woke Deppen raus.“
Rechte müssten deshalb wieder "einen Fuß in die Tür" der Bildungsinstitutionen bekommen, um das Feld nicht allein „links-grünen Universitätslehrern“ zu überlassen. Ohnehin sei es zu wenig, zu glauben, dass es ausreiche, patriotischer Parteien, um eine echte Veränderung einzuläuten. Es brauche Menschen, die den Mut aufbringen, wieder „Nein“ zu sagen und sich aktiv für die „gute Sache“ einsetzen, so der Jugendforscher.
Ein System im „Abschiedsgefecht“
Obwohl dieses Unterfangen schwierig ist, blickt Heinzlmaier mit Zuversicht in die Zukunft. Die zunehmende Härte, mit der das System gegen Abweichler vorgehe, deutet er nämlich als Zeichen der Schwäche:
„Wann ich diese ganzen radikalen Mittel notwendig habe, um als System zu überleben, dann ist es meistens ein Zeichen der Dekadenz und der Schwäche. Und deswegen glaube ich, in dieser Form wird es so nicht mehr lange weitergehen.“






