Wer über viele Jahre trotz Repressionen politisch aktiv war, entwickelt meist eine Abneigung gegen Opportunisten, die ihr Fähnlein in den Wind hängen. Das ist verständlich, jedoch nicht zielführend, wie diese Überlegungen zeigen:
Ein Kommentar von Michael Scharfmüller
Erfolgreiche Bewegungen ziehen Opportunisten an, wie ein Marmeladebrot die Wespen - das ist schon fast ein Naturgesetz. Gerade Opportunisten verfügen meist über ein feines Gespür dafür, wann sich politische Machtverhältnisse ändern und ab wann es schlau ist, die Seiten zu wechseln. Dass immer mehr Menschen dieses Menschentyps patriotische Ideen und Parteien umschwirren, ist deshalb ein gutes Zeichen.
Ein Zeichen des Erfolgs
So gesehen ist es erfreulich, dass jene Politberater und Politkommentatoren, die Politiker mit klarer Ausrichtung wie FPÖ-Chef Herbert Kickl oder den Spitzenkandidaten der AfD Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, heute in den höchsten Tönen loben. Selbiges gilt für die Idee der Remigration, die nun viele Opportunisten begrüßen, seit sie nicht mehr nur von Martin Sellner, sondern auch von Donald Trump, Elon Musk sowie maßgeblichen Politikern der FPÖ und der AfD gefordert wird.
Ein Zeichen für die vielleicht bevorstehende Wende ist auch, dass sich Hans-Georg Maaßen aktiv an die AfD anbiedert. Als Präsident des deutschen Verfassungsschutzes stand er noch an der Spitze jener Behörde, die patriotischen Kräften das Leben schwer machte. Nachdem seine Bemühungen, mit einer eigenen konservativen Partei Fuß zu fassen, gescheitert waren, empfiehlt er sich nun selbst als Innenminister einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt.
Stoßtruppe alleine ist zu wenig
All dem kann man natürlich skeptisch gegenüberstehen. Man kann es aber auch als das nehmen, was es ist: ein gutes Zeichen dafür, dass eine patriotische Wende nicht nur möglich ist, sondern vielleicht schon bald Wirklichkeit werden könnte. Um diese Wende tatsächlich vollziehen zu können, wird es nicht ausreichen, auf altgediente Kameraden zurückzugreifen. Wir brauchen das Fachwissen, die Erfahrungen, die Netzwerke und die Stabilität, die Opportunisten einem System geben.
Militärisch gesprochen könnte man sagen: Jede Stoßtruppe, braucht auch eine Hintermannschaft, die für Struktur sorgt und das Hinterland absichert. Beides ist wichtig, ohne Stoßtruppe gäbe es keine Erfolge. Ohne Hintermannschaft ließen sich Erfolge nicht absichern.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing
Manche Richter, Beamte und Polizisten haben im letzten Jahrhundert ihren Dienst in einer Monarchie, im faschistischen Ständestaat, im Nationalsozialismus, unter den Besatzungsmächten und schließlich in der Demokratie versehen. Als Idealisten mag einen das anekeln, als Realisten sollte einem bewusst sein, dass es eine solche Einbindung braucht.
Tolerant sein, aber klare Grenzen ziehen
Freilich muss diese Einbindung auch Grenzen haben. Man sollte zwar niemandem vorwerfen, dass er ein „Spätberufener“ ist, in wirklich wichtige Positionen sollte man solche Leute jedoch trotzdem nicht aufsteigen lassen. Entscheidungsträger müssen nämlich immer verlässliche Personen sein, die bereits bewiesen haben, dass sie auch bei Gegenwind Kurs halten wollen und können.
Neue Zeiten, neue Herausforderungen
Eine dauerhaft erfolgreiche politische Bewegung braucht jedoch nicht nur Stoßtruppen und eine funktionierende Hintermannschaft, sondern auch Personen, die alles kritisch begleiten. Warum das so wichtig ist und wie das funktionieren kann, lesen Sie im aktuellen Magazin Info-DIREKT im Kommentar „Mut zum Hofnarrentum!“






