Info-DIREKT: Das Magazin für Patrioten

Info-DIREKT-Logo

"Agenda Austria"-Chef analysiert: Kanzler Stocker (ÖVP) in der Distanzierungsfalle!

18. August 2026 / Medien

"Agenda Austria"-Chef analysiert: Kanzler Stocker (ÖVP) in der Distanzierungsfalle!
Bild Franz Schellhorn (Agenda Austria): Von Franz Johann Morgenbesser from Vienna, Austria - IMG_6530, CC BY-SA 2.0, Link; Bild Christian Stocker (ÖVP): Info-DIREKT; Bildkomposition: Info-DIREKT; Bild mit KI optimiert.

Mit seiner Aussage, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sich und seiner Partei schweren Schaden zugefügt. Durch seine Entschuldigung dafür hat er alles nur noch schlimmer gemacht, analysiert Franz Schellhorn, Direktor der wirtschaftsliberalen Denkfabrik "Agenda Austria" und Bruder von NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn.

Ein Kommentar von Michael Scharfmüller

Obwohl das ÖVP-geführte Bundeskanzleramt alles dafür unternimmt, Bundeskanzler Stocker vor unangenehmen Situationen bei seiner Sommertour zu bewahren, sorgte er mit seiner Aussage "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit. Ich würde das nicht als Arbeit sehen." für heftiges Rauschen im Blätterwald und viele Diskussionen im Volk.

Aus Sicht von Franz Schellhorn ist die Aussage von Stocker "eine völlig zulässige Position für einen konservativen Politiker und Vorsitzenden einer bürgerlichen Partei". Schellhorn wörtlich:

"Wer, wenn nicht er, sollte das so sehen?"

Klar gebe es dazu auch andere Ansichten, etwa jene, wonach "jede im Kinderzimmer geleistete Stunde zu entlohnen sei. Entweder vom Vater oder am besten gleich vom Staat."

Linke Politik zu Ende gedacht


Diesen Zugang zu Ende gedacht, würde bedeuten, dass jeder Haushalt darüber Buch führen müsste, wer welche Leistungen erbracht hat, so der "Agenda Austria"-Direktor. Dazu führt er einige Beispiele an:
  • Wer hat das Kind um drei Uhr früh getröstet (Nachtzuschlag)?
  • Wer hat den Nachwuchs am Sonntag zum Fußballmatch chauffiert (Wochenendzuschlag plus Kilometergeld)?
  • Wer hat wie viele Windeln gewechselt (Schmutzzulage)?
  • Wer hat „Die kleine Raupe Nimmersatt" zum fünfhundertfünfzigsten Mal vorgelesen (Erschwerniszulage)?
Abgerechnet würde das dann über eine "neue staatliche Prüfstelle für innerfamiliäre Leistungsgerechtigkeit, angesiedelt im Sozialministerium", so Schellhorn. Freilich übertreibt der neoliberale Denker bewusst. Seine Zuspitzung greift jedoch zu kurz. Zwischen der Vorstellung, jede gewechselte Windel einzeln abzurechnen, und der Behauptung, Kinderbetreuung sei keine Arbeit, liegt nämlich ein weites Feld. So könnte der Staat die Leistungen, die Mütter bei der Kinderbetreuung erbringen, auch durch eine bessere Anrechnung von Kinderbetreuungszeiten auf die Pension wertschätzen. Oder durch das Eingeständnis, dass staatliche Kinderbetreuung den Steuerzahler sehr viel Geld kostet, während Familien diese Aufgabe besser, nachhaltiger und günstiger erbringen können. Ein Kindergartenplatz kostet den Steuerzahler je nach Bundesland etwa 1.000 Euro pro Monat.

Distanzierung statt Gegenwehr


Unabhängig davon, wie man diese familienpolitische Frage beurteilt, liegt Schellhorn mit seiner Kritik an Stockers Reaktion richtig. Anstatt die Kritik an seiner Aussage zu nutzen, um seine Ideen einer gelungenen Familienpolitik zu präsentieren, hat sich der Kanzler und ÖVP-Chef rasch von sich selbst distanziert. Schellhorn dazu wörtlich:
"Kaum hatte sich der Sturm in den sozialen Netzwerken formiert, ging der Kanzler in die Knie und korrigierte nicht nur eine verunglückte Formulierung, sondern gleich die Sache selbst."

Hier liege das eigentliche Problem, so Franz Schellhorn:
"Die ÖVP weiß nicht mehr, wofür sie steht. Ihr Markenkern ist zur Verhandlungsmasse geworden. Rufen die Bauern nach Geld, wird der Hahn aufgedreht. Verlangt der Koalitionspartner scharfe Eingriffe in das Eigentum, lenkt die ÖVP umgehend ein. Formiert sich ein Shitstorm, wird sofort widerrufen. Eine Partei, die bei jedem Gegenwind die Richtung wechselt, verliert zwangsläufig die Orientierung."

Schellhorn weiter:
"Wähler verzeihen vieles, aber nicht, dass eine Partei nicht mehr weiß, wer sie ist."

Stocker setzte sich zwischen alle Stühle


Egal, ob man Stockers Ansichten zustimme oder nicht, "dass er seine Überzeugung nach 24 Stunden über Bord wirft, nehmen ihm alle übel. Die einen, weil sie ihm den Satz ohnehin nie verzeihen. Und die anderen, weil dahinter offenbar keine Überzeugung stand."

Das schwarze Dilemma bringt der "Agenda Austria"-Chef so auf den Punkt:

"Wer nach dem ersten Buhruf einknickt, macht aus Gegnern keine Verbündeten, sondern verliert auch noch jene, die zu ihm gehalten haben."

Stocker habe mit seinem Rückzieher "das Kunststück zuwege gebracht, alle zu verprellen und niemanden zu überzeugen", fasst Franz Schellhorn zusammen. Damit landet Schellhorn letztlich bei einer Erkenntnis, die wir bei Info-DIREKT seit Jahren vertreten:
"Wer sich distanziert, verliert!"

Unterstützen Sie die Arbeit von Info-DIREKT: Laden Sie jetzt unsere Redaktion auf einen Kaffee, ein Bier oder ein Schnitzel ein. Vielen Dank!

INFO-Direkt abonnieren

Info-DIREKT gibt Patrioten in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol eine starke Stimme. Unterstützen Sie uns dabei mit einem Abo. Nur gemeinsam sind wir stark!

logo
Abo

Info-DIREKT gibt Patrioten in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol eine starke Stimme. Unterstützen Sie uns dabei mit einem Abo. Nur gemeinsam sind wir stark!

© 2026 Magazin Info-DIREKT