Seit Weihnachten platziert die FPÖ in den sozialen Medien immer wieder ein neues Logo mit der Aufschrift „AUSTRIA FIRST“. Was steckt dahinter?
Ein Kommentar von Michael Scharfmüller
Auf den ersten Blick sieht das Logo aus, als würde es der Modelinie eines Wintersportartikelherstellers entstammen. In Wahrheit dürfte es sich aber um ein neues Projekt der FPÖ handeln, um noch direkter mit ihren potenziellen Wählern zu kommunizieren. FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht sich nämlich an der Spitze einer Bewegung stehen, die Österreich grundlegend erneuern will. Wie grundlegend diese Erneuerung aussehen könnte, ließ FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz kürzlich in einem "Info-DIREKT Video-Interview" erahnen als er beispielsweise ankündigte:
"Mit den Kompromissen ist es jetzt vorbei!"
Wie diese neue Kommunikationsmöglichkeit aussieht, ist noch nicht bekannt. Hier ein paar Varianten, die denkbar sind:
Möglichkeit 1: Neue Kampagne
Bei „AUSTRIA FIRST“ könnte es sich um eine neue Kampagne handeln, wie sie die FPÖ mehrmals im Jahr durchführt – mit eigenen Werbevideos, Petitionen, Inseratschaltungen, Pressekonferenzen und einer Österreich-Tour von Herbert Kickl. Wie man aus Parteikreisen hört, soll das Projekt jedoch größer angelegt sein.
Möglichkeit 2: Eigenes Medienhaus
Die FPÖ hat bereits vor Jahren erkannt, dass sie einen direkten Zugang zu ihren Wählern braucht, um die linksradikalen Gatekeeper der etablierten Medien zu umgehen. Die Entstehung der sozialen und alternativen Medien bezeichnete Herbert Kickl in diesem Zusammenhang in einem Interview mit AUF1 schon einmal als Revolution – ähnlich der Erfindung des Buchdrucks. Dazu würde auch passen, dass FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker bereits vor Monaten bei einer Pressekonferenz ein eigenes freiheitliches Medienhaus angekündigt hat.
Hysterische Reaktionen
Die kryptisch gehaltene Ankündigung Hafeneckers sorgte beim Establishment damals für hysterische Reaktionen und für zahlreiche Spekulationen innerhalb und außerhalb des rechten Lagers. „Experten“ rätselten, dass die FPÖ alle alternativen Medien in einem Medienhaus zusammenpressen könnte. Diese Möglichkeit ist jedoch auszuschließen, da die meisten alternativen Medien viel zu eigenständig und selbstbewusst sind, um sich unter ein gemeinsames Dach zu begeben.
Tageszeitung, Fernseh- oder Radiosender?
Die wahrscheinlichste Variante ist also, dass die FPÖ ihre bisherigen Medienprojekte (FPÖ-TV, Parteizeitung, Podcasts, soziale Medien) enger miteinander vernetzt und ausbaut. Innerhalb der Partei träumen manche von einer Tageszeitung. Die enormen Kosten eines solchen Projekts würden die finanziellen Möglichkeiten der FPÖ aber wohl übersteigen und eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung nicht überstehen. Ein echter Fernseh- oder Radiosender wäre da wohl schon interessanter …
Mehr Infos beim FPÖ-Neujahrstreffen
Wie aus Parteikreisen zu hören ist, soll das bislang gut gehütete Geheimnis beim FPÖ-Neujahrstreffen am Samstag, dem 17. Jänner, in Klagenfurt gelüftet werden. Zum Neujahrstreffen kann man sich hier anmelden: www.fpoe.at/neujahrstreffen-2026
Weshalb es auch für Parteien klug ist, nicht nur an den nächsten Wahltermin zu denken, sondern auch an den Alltagsverstand der Menschen, erfahren Sie hier: Neues Buch - Benedikt Kaiser erklärt, wie wir an die Macht kommen






