Im ORF-Sommergespräch agierte Kanzler Christian Stocker (ÖVP) wie eine willenlose Sprechpuppe von 08/15-Kommunikationsberatern. Zudem übernahm er vielfach die linken Ansichten der Moderatorin. Durch einen seiner einstudierten „Sager“ wurde deutlich, weshalb die ÖVP den politischen Fokus völlig verloren hat und nun herumirrt wie ein blinder Dackel auf der Suche nach ein paar Keksbröseln.
Ein Kommentar von Michael Scharfmüller
Gleich zu Beginn der Sendung unterwarf sich der ÖVP-Chef der Deutungshoheit des linken Establishments. Minutenlang feuerte die ORF-Moderatorin ihre feministischen Ansichten und familienfeindlichen Positionen in Frageform auf den Kanzler ab. Stocker reagierte typisch defensiv. Das führte dazu, dass er sich am Ende des Themenblocks sogar dafür rechtfertigen musste, dass die ÖVP noch nicht für eine verpflichtende Väterkarenz eintritt.
Linke Deutungshoheit akzeptiert
Diese Diskussion über Familienpolitik zeigte, wie stark Medien schwachen Politikern den Rahmen vorgeben, in dem sie sich bewegen, argumentieren und tätig werden können. Was der ORF und Stocker hier ablieferten, war ein Lehrbeispiel dafür, wie linke Journalisten liberal-bürgerlich-konservative Politiker durch ihre Art der Berichterstattung lenken. Kritik an diesem Verhalten gab es vor einigen Wochen auch vom neoliberalen Thinktank Agenda Austria. Mehr dazu hier:
Ähnlich verhielt sich Stocker freilich auch beim Thema „Klimawandel“. Das verwundert jedoch noch weniger, da es sich bei der ÖVP ohnehin um „Globalisten in Lederhosen“ handelt.
Austauschbares Volk
Weshalb die ÖVP ihren politischen Fokus völlig verloren hat, brachte ausgerechnet ein einstudierter Sager Stockers auf den Punkt. Die ÖVP sei die einzige Partei, die Österreich an die erste Stelle stelle. Das belege bereits ein Vergleich der Parteinamen. Wörtlich meinte er:
„Die österreichische Volkspartei steht dafür, dass Österreich zuerst kommt, dann das Volk und am Ende die Partei.“
Stockers Kommunikationsberater hielten dieses kindische Wortspiel offenbar für so originell, dass sie daraus sogar eine Spruchkachel mit dem Titel „Zukunftsfroh“ anfertigen ließen. Diese wurde kurz nach dem Sommergespräch über die sozialen Medien verbreitet.
Das eigentliche Problem ist jedoch nicht die kindische Herleitung, sondern ihr Inhalt. Der Chef der Volkspartei erklärt allen Ernstes, dass zuerst Österreich und erst danach das Volk komme. Er trennt damit Land und Volk voneinander und stellt das Land über die hier verwurzelten Menschen. Dabei haben Land und Volk einander über Generationen geprägt. Wer das verwurzelte Volk vom Land trennt und es an die zweite Stelle verweist, macht es letztlich austauschbar.
Staatsapparat an erster Stelle?
Denkbar ist auch, dass Stocker mit „Österreich“ nicht unser Heimatland, sondern den Staat meint. Das würde seine Aussage jedoch noch problematischer machen: Dann stellt er nämlich den Staatsapparat über jene Menschen, denen dieser eigentlich dienen sollte.
Bevölkerungsaustausch statt nachhaltiger Politik
Vielleicht sollte man einem von Kommunikationsberatern übertrainierten Politiker und seinen einstudierten Sätzen nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Aus meiner Sicht bringt jedoch genau diese Aussage die Politik der ÖVP auf den Punkt. Für die ÖVP spielt es offenbar kaum eine Rolle, welche Menschen in Österreich leben. Deshalb vernachlässigt sie die Familien, unterstützt die familienfeindliche LGBTQ-Ideologie und setzt seit Jahrzehnten auf Massenzuwanderung, anstatt Antworten auf die demografische Katastrophe zu suchen.
Österreich als Standort und Futtertrog
Wer gute Politik machen will, muss das Volk in den Mittelpunkt seines Handelns stellen und nicht ein Land, das eine globalistisch ausgerichtete Partei wie die ÖVP ohnehin nur als Wirtschaftsstandort begreift.
In Wahrheit hat sich die ÖVP längst der Vorherrschaft der linken Medien-, Kultur- und Parteienlandschaft, der EU und anderen global agierenden Netzwerken unterworfen. Das tat sie nicht, um Österreich zu schützen, sondern um die eigene Partei und ihre Mitglieder an den Futtertrögen der Republik zu halten. Im ORF-Sommergespräch hat Kanzler Stocker das erneut bewiesen.
Weitere Infos
Mehr über die Politik von ÖVP, CDU, CSU und EVP in dieser Ausgabe von Info-DIREKT: Info-DIREKT #56: Achtung: Mogelpackung






