Der ORF Oberösterreich eröffnete seine Sommergespräche mit einer Frage auf Kindergartenniveau: Wie würden sich die Spitzenpolitiker als DJ nennen und was würden sie dem Land auflegen?
Ein Kommentar von Michael Scharfmüller
Dazu stellte der ORF Oberösterreichs Spitzenpolitiker hinter ein DJ-Pult, damit sie sich selbst einen DJ-Namen verpassen. Hier die Ergebnisse:
- ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer: „DJ Major Tom“
- FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner: „DJ Candymandy“
- SPÖ-Landesparteichef Martin Winkler: „DJ Energy“
- MFG-Landesparteiobmann Joachim Aigner: „DJ Jack“
- Grünen-Landeschef Stefan Kaineder: „DJ Windkraft“
- NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer: „DJ Future“
Wo waren die Pressesprecher?
Bemerkenswert ist zudem, dass offenbar keiner der Pressesprecher der Politiker diesem kindischen Treiben einen Riegel vorgeschoben hat. Eine angemessene Botschaft an den ORF wäre beispielsweise gewesen: Unser Parteiobmann ist ein seriöser Politiker, der große Verantwortung trägt. In Zeiten wie diesen machen wir bei einer solchen Inszenierung nicht mit.
Eine verpasste Gelegenheit
Wenn man sich dann doch dazu entscheidet, mitzuspielen, hätte der jeweilige Politiker wenigstens die Gelegenheit für eine klare Ansage nutzen sollen, die bei potentiellen Wählern in positiver Erinnerung bleibt. Dabei wären beispielsweise Namen wie diese möglich gewesen:
- „DJ ORF-Zwangsgebühren stoppen“
- „DJ Remigration“
- "DJ Nie-Wieder-Impfpflicht"
Nur der grüne Landeschef nutzte die Chance
Einzig der Grüne Kaineder nutzte den aufgelegten Elfmeter, um als "DJ Windkraft" seine Kernbotschaft an den Mann zu bringen. Ähnliches hätten wohl auch der SPÖ-Landeschef und sein NEOS-Kollege vorgehabt. „DJ Energy“ und „DJ Future“ dürften für den Großteil des klassischen ORF-Publikums jedoch sprachlich und inhaltlich zu abstrakt sein.
Auch "große" ORF-Sommergespräche fern der Lebensrealität
Die bundesweiten ORF-Sommergespräche verzichteten diesmal auf derartige Spielchen und ablenkende Drehorte. An der Lebenswirklichkeit vieler Menschen gingen sie dennoch vorbei. Das zeigte sich sowohl beim Gespräch mit ÖVP-Kanzler Christian Stocker als auch bei der Themenauswahl und Prioritätensetzung beim Gespräch mit FPÖ-Chef Herbert Kickl.






