Müllers Sonntagskolumne

Müller mault über so manches in der Regierung

Müller mault über die FPÖ Regierungsarbeit
Bild: Info-DIREKT

Wenn mich eine Sache wirklich aufregt … dann ist es, wenn man von der patriotischen Wende wenig mitbekommt.

Wie viele andere Österreicher habe ich gehofft, dass mit einer neuen Regierung umgehend eine Änderung spürbar wird. Also – schnelle Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Gesellschaft und keine Fortsetzung der verheerenden Fehlentwicklung der Vergangenheit! Viele wünschten sich, dass es eine konservative Koalition nicht mehr allen Antifa-Aktivisten Recht macht und sich die Regierungsparteien nicht (wie bisher) wechselseitig übers Ohr zu hauen.

Ich persönlich habe außerdem damit gerechnet, dass man sich profilieren wird, um zu zeigen, dass auch in anderen europäischen Staaten eine patriotische Wende machbar ist. Sicher habe ich auch gehofft, dass sich nach der Wahl zeigen wird, dass Kurz und das türkis-schwarzen Fähnlein im Wind eine Blendertaktik waren. Mit einem durch diese Erkenntnis gestärkten Rücken, so meinte ich, würde die FPÖ noch selbstbewusster und souveräner agieren.

Heute, einige Zeit nach der Regierungsbildung, ist die Realität ernüchternd. Die Österreicher haben die alte Regierung nicht abgewählt, um als Ersatz eine zögerliche und handzahme Politik zu bekommen. Sie haben die FPÖ und ihre (teilweise von der ÖVP gekaperten) Themen gewählt. Der Versuch jetzt besonders staatsmännisch zu wirken, nutzt niemandem. Es wäre völlig ausreichend, jene Politik weiterzuverfolgen, die man im Wahlkampf gefordert hat.

Insbesondere die FPÖ muss aufpassen, ihre Unterscheidungsmerkmale zur ÖVP nicht einzubüßen. Fast gewinnt man den Eindruck, es ginge Teilen der Freiheitlichen darum, ÖVP-Wähler abzuwerben, in dem man Kreide frisst und ihnen damit etwas bietet, das sie ohnehin schon haben. Das Ganze während die eigenen Wähler sich mitunter vernachlässigt fühlen.

Auf der anderen Seite ist es die Zeit der Blender, die jetzt glauben, blaue Wähler einfach abgreifen zu können. Die konservative bzw. patriotische Mehrheit wird vermutlich denjenigen wählen, der die bessere Show abliefert. Derzeit sind das oftmals nicht freiheitliche Politiker. Zu häufig werden die vom Gegner vorgehaltenen Stöckchen übersprungen. Bei zu vielen künstlich herbeigeführten Stürmen im Wasserglas geht man zu früh in Deckung.

Manche Frage dazu bleibt offen: Merkt man nicht, dass der eigene Regierungspartner vieles zulässt und manches wahrscheinlich sogar unterstützt? Glaubt man in Wien wirklich, dass die sogenannte „Liederbuch-Causa“ nur von sogenannten „Linken“ inszeniert wurde? Ich hoffe nicht!

Warum zeigt man sich nicht ein bisschen widerstandsfähiger? Warum gibt man sich nicht etwas kampflustiger in diesem verdeckten Schlagabtausch? Und warum verweigert man sich nicht der oft fehlerhaften und immer böswilligen Diktion des politischen Gegners und geht selbst in die Offensive?

Fakt ist: Themen wie „Rauchen“ oder“Tempo 140″ sind „nice to have“ aber nicht der Grund, warum Österreich bei der letzten Wahl für einen patriotischen Wechsel gestimmt hat. Sicher werden einige der wichtigeren Themen von den Mainstream-Medien totgeschwiegen, dass war aber auch schon vor der Wahl so. Ein weitaus größeres Problem ist aber, dass momentan auch die „eigenen“ Leute oder alternative Medien zu wenig über positive Veränderungen berichten können.

Falls sich der eine oder andere FPÖ-Politiker mein Gemaule durchliest, so soll er nicht glauben, dass es sich hier um eine Abrechnung handelt. Ganz im Gegenteil. Es soll eine Empfehlung sein. Ein Stimmungsbild von mir hier unten, der sich mehr erhofft. Ich hoffe, dass man das Ruder bald herumreißt und mit voller Kraft für unser aller Zukunft gearbeitet wird. Denn vom „Hab ich ja gesagt…“ werde ich auch nicht froh.

Passen Sie auf Ihren Kopf auf!

Müller