Nach Verweigerung der Bedienung

Wien: Kaffeehaus distanziert sich von Antifa

Bild: Brittany Pettibone

Eine Mitarbeiterin des Wiener Kaffeehauses „Café Mocca“ verweigerte dem identitären Aktivisten Martin Sellner und der kritischen Journalistin Brittany Pettibone die Bedienung. Dafür bekam das Café viel Applaus aus der linksextremen Szene. Nun distanziert sich die Chefin von der Antifa.

„Die Kellnerin ist ein Mitglied der Antifa und verweigert Martin und mir die Bedienung“, postete die bekannte Journalistin Brittany Pettibone vor einer Woche auf Facebook.

Applaus von der Antifa

Seitdem bekommt das Kaffeehaus 5-Sterne-Bewertungen von Antifa-Aktivisten. „Ich teile gerne 5 Sterne aus für die wunderbare Aktion mit Martin und Brittany“, schreibt etwa ein Sozialdemokrat aus der Schweiz. Unter den Kommentatoren befindet sich auch Peter P., der erst unlängst in Graz wegen einem Hassposting verurteilt wurde. Ein anderer Antifa-Account schreibt: „Hervorragendes Lokal mit antifaschistischer Haltung. Danke dafür!“

Café distanziert sich von Antifa

Doch diese Zustimmung dürfte dem Lokal garnicht Recht sein. Die Chefin betont jetzt nämlich in einem Beitrag, dass Sellner natürlich jederzeit bedient werde:

„Herr Selner hat nicht Lokalverbot und für das Mocca Team ist er ein Gast wie jeder andere, wir kennen von den meisten Gästen weder deren Parteizugehörigkeit , Vorlieben oder Macken und das interessiert uns auch nicht. Das ist Privatsphäre und wird von uns respektiert. Wir bedienen jeden unabhängig von Geschlecht, Farbe, Alter, Herkunft, Religion, Parteizugehörigkeit.“

Doch gleichzeitig versucht die Chefin, das inakzeptable Verhalten der Kellnerin zu rechtfertigen:

„Lediglich eine Kellnerin hat eine Vorgeschichte mit Herrn Selner und daher ein persönliches Problem, auch andere KellnerInnen haben Probleme mit dem einen oder anderen Gast das es zu akzeptieren gilt. In so einem Fall werden die Gäste von wem anderen bedient. Herr Selner wurde auch nicht aufgefordert das Kaffeehaus zu verlassen. „

Dass es sich jedoch nicht um ein „persönliches Problem“ handelte, sondern um eine Verweigerung aufgrund patriotischer Ansichten, wird nicht weiter thematisiert. Eine Anfrage von Info-DIREKT, ob es denn Konsequenzen für die Kellnerhin gibt, blieb bisher unbeantwortet.

Café würde keine Antifa-Mitglieder einstellen

Doch im Beitrag spricht die Chefin zumindest deutlicher über die Antifa und betont, dass sie deren Mitglieder nicht einstellen würde:

„Wir, vom Café Mocca Team haben kein Interesse nach links oder rechts schubladisiert zu werden. Ich weiß dass kein/e Mitarbeiter/In bei einer links oder rechts stehende Gruppe (zB Antifa!) oder Partei Zugehörig ist und stelle solche Mitarbeiter auch nicht ein: im Kaffeehaus wird Kaffeehauskultur kultiviert, Politik findet an anderen Orte statt, nicht in meinem Lokal.“

Sellner und Pettibone gelassen

Die zwei Patrioten ließen sich von der verweigerten Bedienung nicht beeindrucken. Sie kauften sich nebenan einen Kaffee und setzten sich trotzdem ins Lokal. „Weil auch wir kindisch sein können“, betonte Pettibone.