Ein Erfahrungsbericht

Politische Bildungsarbeit für Patrioten: Herbstakademie in der Steiermark

Bild: Info-DIREKT

Von 10.-12. November veranstaltete der Freiheitliche Akademikerverband (FAV) Steiermark gemeinsam mit dem Institut für Staatspolitik (IfS) eine Herbstakademie in der Steiermark. Rund 50 Teilnehmer diskutierten dabei zum Thema „Parteienherrschaft“. Das Seminar-Wochenende entwickelt sich mittlerweile auch in Österreich zu einem wichtigen Fixpunkt des patriotischen Lagers.

Bereits zum zweiten Mal fand die Herbstakademie des FAV Steiermark in Zusammenarbeit mit dem IfS in der Steiermark statt. Vorbild für diese Veranstaltung dient die zweimal jährlich stattfindende IfS-Akademie im deutschen Schnellroda. Dort treffen sich jedes Jahr um die 100 junge Menschen aus unterschiedlichen patriotischen und konservativen Zusammenhängen am Rittergut des Verlegers Götz Kubitschek.

Von Schnellroda in die Steiermark

Am vergangenen Wochenende versammelten sich diesmal in der Nähe von Graz etwa 50 Teilnehmer zur Herbstakademie „Parteienherrschaft“. Auch Info-DIREKT war mit einem Stand vertreten und präsentierte die letzten zwei Ausgaben unseres Printmagazins.

Nach der Anreise am Freitag eröffnete IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert die zweite Herbstakademie mit einer Einführung in das Thema. Den ersten Vortrag hielt daraufhin Benedikt Kaiser. Der Sezession-Autor referierte über „Die Stunde des Populismus“. Dabei analysierte Kaiser mehrere aktuelle Populismus-Theorien. Hervorzuheben ist, dass populistische Parteien in Europa fast ausschließlich von „rechts“ kommen und vor allem bei Arbeitern punkten können. Darunter leidet besonders die Sozialdemokratie, die als ehemals klassische Arbeiterpartei ihre Wähler an „Rechtspopulisten“ verliert.

Benedikt Kaiser

Abschließend sprach noch einmal Dr. Erik Lehnert zum Thema „Gleichheit als Problem“. Der IfS-Leiter bewertet die heute vollkommen uferlose Forderung nach immer mehr „Gleichheit“ als utopisch. Diese Gleichmacherei führe letztlich zu einer Einebnung der Unterschiede und einer Nivellierung nach unten.

Parteien und das „eherne Gesetz der Oligarchie“

Den nächsten Tag eröffnete der Jurist DDr. Thor von Waldstein mit seinem Vortrag Macht und Öffentlichkeit. Dabei hob der Referent hervor, dass es keine „echte Öffentlichkeit“ gibt, an der jeder gleichermaßen in einem „herrschaftsfreien Diskurs“ teilhaben könne. Eine „künstliche Öffentlichkeit“ schaffen vielmehr jene, die über die Machtmittel in einer Gesellschaft verfügen.

Im Anschluss hielt Nils Wegner seinen Vortrag über die „Klassiker der Parteiensoziologie“. In seinen Ausführungen bezog er sich unter anderem auf Robert Michels und dessen „Ehernes Gesetz der Oligarchie“. Demnach würden sich in allen Parteien – wie bei anderen Organisationen auch – interne Machteliten herausbilden, die schließlich der Korrumpierung anheimfallen.

Nils Wegner bei seinem Vortrag „Klassiker der Parteiensoziologie“

„Mit Linken leben“ und „Defend Europe“

Nach dem darauffolgenden Mittagessen gab es noch eine zweistündige Wanderung, bevor sich um 16:30 Uhr wieder alle Akademie-Teilnehmer im Seminarraum einfanden. Martin Lichtmesz und Dr. Caroline Sommerfeld lasen nämlich aus ihrem neuen Werk „Mit Linken leben“. Vor allem mit den Tipps, wie man Linke „triggert“, sorgten sie für einige Lacher im Publikum.

Am Abend berichtete noch Martin Sellner, Co-Leiter der Identitären Bewegung Österreich, lebhaft über die Mission „Defend Europe und zeigte bisher unveröffentlichte Fotos. Außerdem räumte er mit vielen medialen Falschmeldungen der Mainstream-Medien über „Defend Europe“ auf.

Österreich und Deutschland nach der Wahl

Am letzten Tag der Herbstakademie ging es schließlich direkt zur Parteipolitik über. Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), Dritter Präsident des steirischen Landtags, analysierte die Situation der drei großen Parteien ÖVP, SPÖ und FPÖ. Bei den derzeit stattfindenden Koalitionsverhandlungen dürfe die FPÖ auf keinen Fall die Fehler von der Regierungsbeteiligung im Jahr 2000 wiederholen.

Über „Deutschland nach der Wahl“ informierten abschließend Dr. Erik Lehnert und Benedikt Kaiser. Darin ging es vor allem um die Rolle der Alternative für Deutschland (AfD) und ihrer weiteren Entwicklung. Die AfD dürfe ihre Flügelkämpfe nicht in der Öffentlichkeit austragen, sondern müsse nach außen geschlossen auftreten, wenn sie weiterhin eine Alternative zu den etablierten Parteien sein will. Außerdem betonte Kaiser die Notwendigkeit einer authentisch sozialen Ausrichtung der AfD.

FAV-Obmann DI Heinrich Sickl und IfS-Geschäftsführer Dr. Erik Lehnert

Politische Bildung abseits des Establishments

An diesem gelungenen Wochenende wurde natürlich die politische Bildungsarbeit für Patrioten groß geschrieben. Die Teilnehmer bekamen zahlreiche hochklassige Vorträge abseits des politisch korrekten Establishments geboten und konnten kontrovers diskutieren. Vor allem aber konnte man abends in geselliger Runde neue Kontakte knüpfen und andere Patrioten aus unterschiedlichen politisch widerständigen Kreisen kennenlernen. Genau diese Mischung macht die Akademien so wertvoll, und gerade deshalb entwickeln sie sich auch in Österreich zu einem wichtigen Fixpunkt im patriotischen Lager.

Werbevideo von der IfS-Winterakademie 2015 in Schnellroda: