Frankreich: Polizei geht mit massiver Gewalt gegen „Gelbwesten“ vor

Demonstration der Gelbwesten am Platz der Republik Thomas Bresson [CC BY 4.0]; Arc de triomphe de l'ÉtoileCarlos Delgado [CC BY-SA 3.0]; Bildkomposition von Info-DIREKT

Die Proteste der Gelbwesten gehen in die dritte Woche. Bereits mehr als zwei Wochen lang haben Aktivisten der größten Protestbewegung seit dem Sommer 1968 wichtige Straßen blockiert. Die Bewegung setzt sich größtenteils aus ethnischen Franzosen vom Land zusammen und fordern soziale Reformen sowie den Rücktritt Macrons. Die französische Polizei reagierte mit massiver Gewaltanwendung.

Von Alexander Markovics

Polizeibrutalität: Vorschriftswidriger Einsatz gegen Demonstranten

Um die Proteste im Keim zu ersticken, mobilisierte die französische Polizei mehrere tausend Einsatzkräfte, auch solche, wie das Sonderkommando CRS. Die massive Polizeigewalt forderte im Rahmen der Proteste bereits 2 Tote und mehr als 600 Verletzte. Den Gelbwesten gelang es zeitweise, die Bereitschaftspolizeinheit CRS vom zentralen Platz in Paris beim l’Arc de Triomphe zu vertreiben.

„Auf dem Weg zu Macrons Rücktritt!“

Am frühen Samstagmorgen versuchten Gelbwesten, die Blockaden zum französischen Präsidentschaftspalast zu durchbrechen. Polizisten bewarfen sie dabei mit gelber Farbe. Als großes Feindbild der Proteste gilt Präsident Macron, welcher die Wirtschaft von fossiler Energie unabhängig machen will. In neuesten Umfragen gilt Macron als unbeliebtester Präsident in der Geschichte Frankreichs. Damit hat er seinen Vorgänger Hollande zumindest in einem Bereich übertroffen.

Mit Tränengasgranaten direkt auf Demonstranten geschossen

Gegen Mittag eskalierte die Gewalt von Seiten der Polizei, als Tränengasgranaten in einer geraden Linie auf die Demonstranten abgeschossen wurden. Bei dieser Praxis wird der Tränengaskanister zu einem Hochgeschwindigkeitsgeschoss. Diese Praxis kann zu schweren Verletzungen führen und stammt von der israelischen Armee, mit welcher die französische Gendarmerie regelmäßig trainiert. Dabei kam es zu 205 vorläufigen Festnahmen und 92 Verletzten.

Macron „versteht“ Proteste, keine Einigung mit Gelbwesten

Die unpolitischen Gelbwesten, welche sich sowohl von Links-, als auch von Rechtspopulisten distanzieren, traten zum ersten Mal in Verhandlungen mit Präsident Macron. Dabei kam es zu keiner Einigung.

Proteste greifen auf Belgien über

Während 75.000 Menschen am Samstag auf der Straße waren, griffen die Proteste auf Belgien über. Die im Vergleich zu Frankreich kleinen Proteste forderten den Rücktritt von Premier Charles Michel.